Freitag, 2. Mai 2014

Schottland Rundreise 2013 - Tag 8

Balranald - Grimsay -  Claddach Kirkibost - Vallay Beach - Tigharry/Tigh a' Gearraidh (67 km)




Nun denn - die kürzeste Nacht des Jahres war eine Nacht der Ungemütlichkeiten, trotzdem war es faszinierend mitzuerleben, dass es überhaupt nicht dunkel wurde! Ein Blick über den Campingplatz verriet uns: Es haben nicht alle die Nacht überstanden :P Ein paar Deutsche haben mitten in der Nacht das Zelt abgebaut und sind geflüchtet. Diesem Beispiel wollten wir jetzt folgen. 

Gegen Mittag waren wir mit Freunden in Claddach Kirkibost verabredet und bis dahin war noch genügend Zeit, das Zelt trocknen zu lassen, in Ruhe das Auto zu packen und einen Abstecher nach Grimsay zu machen. Die dort ansässige Shellfish-Fabrik Kallin (Homepage) war uns zuvor in der Touristeninformation in Lochmaddy empfohlen worden. Der Parkplatz besteht nicht etwa aus Kies... Nein! Hier wird noch mit Muschelschalen geschottert!





Die Fabrik liegt direkt an einem kleinen Hafen, an dem jeden Tag die Fischer ihre Ware frisch anliefern.


Es gibt einen kleinen Shop, in dem man alles kaufen kann, was gerade frisch aus dem Meer gezogen wurde. Wir haben uns geräucherten Lachs für 4GBP geholt. Aber auch die Scallops (Jakobsmuscheln) und Lobster (Hummer) lachten uns sehr an. Dass man hier gut Fisch kaufen kann, sah man an der Schlange von Einheimischen vor uns.

Nun war es aber Zeit die A865 zurück Richtung Claddach Kirkibost zu fahren. Das kleine Claddach Kirkibost Cafe (TripAdvisor) bietet gute selbstgemachte Speisen und man hat einen schönen Blick über die weißen Sanddünen.  Zudem gibt es immer eine Ausstellung von verschiedenen lokalen Künstlern, die hier ihre Werke zeigen und verkaufen.

Nach der regenreichen Nacht, wollten wir unbedingt für die kommende Nacht ein Dach über dem Kopf haben. Unsere Bekannten empfahlen uns ein kleines, sehr privates B&B in Tigharry/Tigh a' Gearraidh. Die Landlady sei erst ganz neu in das Business eingestiegen und habe noch kein Schild an der Straße stehen. Das kleine Cnoc Nan Uan (Facebook) wird von der lieben Effie MacQuien geführt und bietet neben zwei Zimmern mit eigenem Bad, auch eine eigene voll ausgestatte Küche inklusive Wohnzimmer. 


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Zunächst wurden wir aber zum Gassi gehen an den wunderschönen Strand Vallay Sands entführt.


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Der kilometerlange Sandstrand lädt zum walken und entspannen ein. Bei Ebbe führt eine Straße durch das Gebiet zur Insel Valley/Vallay. Zwei Stunden verbrachten wir hier und tobten mit den beiden Italian Greyhound Piper und Cheska um die Wette :-)

Nach der vielen frischen Luft hatten wir einen riesigen Hunger und machten uns zurück auf den Weg zu unserem B&B. Nachdem wir den Luxus einer eigenen Küche ausnutzen wollten und man wohl kaum frischere Scallops als hier auf North Uist bekommt, wurden am Abend Pasta mit Tomatensoße und Scallops zubereitet und in der gemütlichen Küche genossen. Zum Ausklang des Abends konnten wir uns dann noch im Wintergarten mit Effie den nicht existierenden Sonnenuntergang ansehen. Es bleibt einfach die ganze Nacht hell :)
Zufällig hatte Effie sogar das exakt gleiche Harris-Tweed-Muster auf ihren Möbeln, wie unser auf Harris erstandenes Täschchen und Geldbörse.



Donnerstag, 1. Mai 2014

Schottland Rundreise 2013 - Tag 7

Tag 7 - Leverburgh (Isle of Harris) - Rodel/Roghadal (Isle of Harris) - Leverburgh - Berneray (North Uist) - Lochmaddy - Locheport - Balranald - Solas/Sollas (105 km)



Nach einem ausgiebigen Frühstück in unserem B&B in Leverburgh hatten wir noch Zeit, bis unsere Fähre Richtung Berneray (North Uist) ablegen würde. Der Blick aus dem Fenster zeigte seit dem Vortag leider keine Wetterbesserung.



Daher besuchten wir am morgen die etwa 5 km entfernte St. Clement's Church (Tur Chliamain) in dem kleinen Ort Rodel/Roghadal. Das Auto stellten wir an der Kirche ab und liefen zunächst an der rechten Seite der Kirche vorbei, Richtung "Rodel Hotel" (TripAdvisor) und den kleinen Hafen. Das Hotel sah zwar sehr alt und unspektakulär grau aus, aber innen ist es liebevoll eingerichtet. Aus dem Küchenfenster strömte ein betörender Duft von Kaffee und Scottish Breakfast heraus!


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Die Fischer hatten ihren Fang bereits verladen und ihre Boote lagen wieder verlassen an der einsamen Hafenmole. An Einsamkeit mangelt es übrigens auf diesem Fleckchen Erde wirklich nicht, aber auch hier findet man einen roten Briefkasten, der hoffentlich noch von der Royal Mail geleert wird... Wir haben jedenfalls eine Postkarte eingeworfen :-)


Die Motive und das Licht luden zu HDR Aufnahmen ein und das ruhige Wasser erzeugte wunderschöne Spiegelungen. Hier zunächst der Versuchsaufbau:


... und hier ein unbearbeitetes Bild:


Das fertige HDR-Bild und weitere Impressionen dieses Tages findet man unter: HDR-Germany.com

Ein Stückchen weiter sind wir auf die Ruine eines Hauses gestoßen, in der noch Teile einer (Dampf?-)Maschine standen. Diente das Ganze mal der Weiterverarbeitung des Fischfangs? Wir haben es nicht mehr zum Laufen bekommen und sind weiter Richtung Kirche St. Clement's gezogen.





Teile der Kirche stammen sehr wahrscheinlich aus dem 13. Jahrundert, der Großteil stammt jedoch aus den 1520er Jahren und wurde von Alasdair Crotach MacLeod, dem achten Chief des Clans MacLeod erbaut. Alasdair MacLeod entschied sich seine letzten Lebensjahre auf Harris zu verbringen und wollte nicht wie seine Vorgänger auf Iona bestattet werden. Dazu ließ er ein Grab in der Kirche erbauen, welches im Jahre 1528 fertiggestellt (MacLeod verstarb jedoch erst 1547) wurde. Nach der Reformation wurde die Kirche aufgegeben und im Jahr 1705 als Ruine beschrieben. 1873 ließ die Countess of Dunmore das Gebäude vollständig renovieren.

Der Eingang der Kirche liegt direkt an der Hauptstraße und der Weg führt vorbei an vielen der alten Grabsteine. Die Kirche beherbergt einige Steingräber und Platten, darunter das von Alasdair MacLeod, und man kann hinauf in den kleinen Kirchturm steigen, um aus kleinen Nischenfenstern die Aussicht zu genießen.

Diese kleine Kirche besticht vor allem durch ihr Alter und die Atmosphäre. Es gibt nicht viel zu sehen, aber man sollte dieses Kleinod am Ende der Welt besuchen, wenn man auf Harris ist. Jeder Blickwinkel erfüllt ein neues Klischee von Schottland-Insel-Romantik. Bei Amerikanern mit schottischen Wurzeln ist diese Kirche ein sehr beliebter Hochzeitsort.   










Nachdem wir die wenigen, aber sehenswerten Highlights fotografiert hatten, machten wir uns auf den Weg zurück nach Leverburgh zur Fähre.


Da die Fähre nach North Uist relativ klein ist, muss man nur angenehme 10min vor Abfahrt am Hafen sein. Gegen 10 Uhr war die Zeit gekommen, nicht "Willkommen", sondern "Auf Wiedersehen" Harris zu sagen.



Die Fähre war an diesem Morgen nicht voll ausgebucht und das Laden der beiden Autos war in Null Komma Nichts erledigt. Unser Island-Hopping-Ticket zur Überfahrt wurde einkassiert und wir durften an Bord. Unser Opel Meriva stand in der ersten Reihe. Übrigens: Das Auto hatte reichlich Platz für all unseren Krempel! Gewöhnen muss man sich nur an die nach hinten öffnenden Fond-Türen, die für einige blaue Flecken sorgten, weil man jahrzehntelang die Tür in die andere Richtung öffnete ;-) .


Die Fahrt dauert nur etwa eine Stunde, die man am Besten auf dem Außendeck verbringt und nach Delphinen und Vögeln Ausschau hält oder die schönen Segelboote beobachtet die durch den Sound of Harris schippern...



Durch das teilweise sehr flache Wasser kann man verschiedene Tiere beobachten. Irgendwo liegen immer Seehunde herum, Wale oder Delphine sprangen uns nicht vor die Linse. Dies sollte aber später noch kommen.



Die Fähre kommt in Bernaray dem nördlichsten Teil von North Uist an. Von dort fährt man etwa 20min nach Lochmaddy, wo es ein Arts Centre, eine Touristen-Info und die einzige Bank auf der Insel gibt. Außerdem legt hier die Fähre nach Skye ab.


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Im Arts Centre "Taigh Chearsabhagh" (Homepage) erhält man kleine Snacks, Getränke und eine heiße Mahlzeit als Lunch. Wir entschieden uns für eine Suppe, die nach Hausfrauenart zubereitet war. Dieses frisch zubereitete Mittagessen kann man wirklich empfehlen. Weiterer Plus-Punkt ist das WLAN, wofür man 1 GBP (Passwort) bezahlt.  Das Café scheint ein Treffpunkt für die Bewohner zu sein, man hat das Gefühl am Dorfleben teilzuhaben. Hier treffen sich die Generationen und tauschen sich über das Inselleben aus und vereinbaren Nachbarschaftsgefälligkeiten.


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Unser Aufenthalt führte uns nochmal "schnell" in die Touristen-Info gegenüber des Arts Centres, in der wir ausgiebigst über die Attraktionen und Möglichkeiten auf der Insel aufgeklärt wurden. Hier kann man schöne Postkarten und interessante Bücher über die äußeren Hebriden erstehen. Außerem kennen die Mitarbeiterinnen jeden kleinen Fleck auf der Insel und werden nicht müde, die Schönheit und alles Wissenwertes weiter zu geben.

Weiter ging es zum Bankbus der Royal Bank of Scotand, der einmal in der Woche hier einen Stop einlegt.


Leider konnten wir hier kein Geld abheben, da nur Kunden dieser Bank hier Geld holen können, daher der schnelle Gang ein paar Häuser weiter zur Bank of Scotland, die in ihrer Filiale einen Bank Automaten (ATM) besitzt.

Wir entschlossen uns auf der A867 in südwestliche Richtung zu fahren und davor die bekannten Standing Stones Pobull Fhinn (Finn's People) zu besuchen. Das Auto haben wir an der Langass Lodge (TripAdvisor) abgestellt, die laut Internet sehr empfehlenswert ist.


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Von hier sind wir den leicht ansteigenden Pfad aufwärts gelaufen. Der Anstieg ist nicht steil, jedoch sollte man festes Schuhwerk tragen, da der torfige Boden doch recht wassergesättigt ist.

Der ovale Steinkreis aus dem 2. Jahrtausend vor Christus liegt am südwestlichen Hang des Ben Langass (Beinn Langais) und der gälische Name bedeutet  "Fionn's Volk", oder das Feenvolk und meint den legendären Helden der irischen Mythologie Fionn mac Cumhaill (Wikipedia).Viele der ursprünglich 40 Menhire stehen nicht mehr, heute befinden sich nur noch 24 von ihnen hier und der größte von ihnen steht am östlichen Zugang und sind etwa zwei Meter hoch.




Der Weg führte direkt an den Steinen vorbei, hinauf auf den kleinen Berg Ben Langass, von dem man eine wunderbare Aussicht über North Uist erhält. Von hier oben sieht man, dass die Insel von den zahlreichen Lochs praktisch zerfressen ist.



Würde man dem Weg auf der südlichen Seite wieder hinab folgen, käme man an dem Steinhügel "Barpa Langass" vorbei, einer etwa 3000 Jahre alten Grabkammer. Da die Grabkammer eingestürzt und nicht besichtigt werden kann, entschieden wir uns, zurück zum Auto zu wandern und uns um einen Zeltplatz zu kümmern.

Gemäß der Empfehlung in der Torutisteninfo von Lochmaddy sind wir weiter die A867 bis nach Clachan na Luib und weiter über die A865 bis zum Balranald Nature Reserve gefahren.


Hier gibt es einen nagelneuen Campingplatz (Homepage), der direkt am Naturreservat liegt. Die sanitären Einrichtungen tadellos sauber. Allerdings sollte man mit Caravan in der Hauptsaison unbedingt vorher buchen, da nur wenige Plätze verfügbar sind. Für Zelte gibt es auch nur begrenzt Platz.
Adresse:  Hougharry, HS6 5DL, Tel: 01876-510304, Email: info@balranaldhebrideanholidays.com

Das Tolle: Es gibt Internet gratis und es funktionierte im Zelt wirklich einwandfrei! :-)

Nachdem wir erstmal ausgiebigst das Internet genutzt hatten, widmeten wir uns unserem Zelt. Zum Glück ist es nicht sehr groß und schnell aufgebaut.


Anschließend sind wir noch nach Sollas/Solas gefahren, wo es einen kleinen Supermarkt (Co-op) gibt, der alles für den nötigsten Bedarf hat.

Zurück am Campingplatz wollten wir eigentlich den ausgewiesenen Wanderpfad im Naturereservat ablaufen, aber es wurde zu ungemütlich und wir haben dies auf einen kleinen Strandspaziergang reduziert.
Dieses Gebiet wird von den Farmern speziell bearbeitet und Rücksicht auf die Artenvielfalt der Vögel genommen. Was man in diesem "Machair" genannten Gebiet an Vögeln sehen kann ist beachtlich. Ohne groß zu suchen hatten wir schon Küstenseeschwalbe (Arctic Tern - Sterna paradisaea), Bussarde, Lerchen und einige Eulen gesehen.

Unser Abendessen haben wir spontan im Auto eingenommen, da durch den plötzlich aufkommenden Regen leider nicht daran zu denken war draußen zu sitzen. Das Auto wird auch von Tag zu Tag unordentlicher und unser Brennholz konnten wir auch noch nicht verfeuern. Brennholz zu kaufen ist übrigens auch nicht zu doof, weil es hier wenig vertrocknetes Holz gibt, das man sammeln könnte.



Bei dem Wetter wollte selbst Nessie nicht mehr nach draußen... Irgendwann haben wir uns dann doch ins Zelt verkrümmelt und dem prasselnden Regen zugehört bis wir eingeschlafen waren.


Nachts wurden wir wach gehalten von den nur noch selten vorkommenden Corncrakes (Wachtelhühner). Direkt neben dem Campingplatz gibt es gerade mal noch 2 Brutpaare und nachts krächzen diese posierlichen Tierchen unentwegt. Dank Ohropax ließ sich der Lärmpegel reduzieren und auch der prasselnde Dauerregen auf das Zeltdach konnte auf diese Weise besser ignoriert werden.

Das Wetter wurde wirklich immer ungemütlicher. Der Wind wurde stets stärker und die Pausen zwischen den Schauern kürzer. Sagen wir es so: Morgens wurde die erste Regenpause genutzt, um das Zelt abzubrechen. Die Zahl der Zelte hatte sich über Nacht stark reduziert. Ein paar Deutsche sind fluchtartig abgehauen :D. Unser Eurohike Zelt (gekauft bei Millets, hat alles was man für draußen wünscht) war absolut wasserdicht! Günstig, aber sehr empfehlenswert.

Sonntag, 27. April 2014

Schottland Rundreise 2013 - Tag 6

Tag 6 - Barabhas/Barvas - Leverburgh - Tarbert - Drinisader- Leverburgh (180 km)


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Heute sollte unsere Reise von der Isle of Lewis auf die Isle of Harris führen. Das Besondere an dieser Tour ist, dass man nicht mal ein Boot benötigt, da es sich genau genommen um die gleiche Insel handelt, es also nur eine gedachte Trennung ist. 

Am frühen Morgen wurde unser Auto wieder bepackt und reisebreit gemacht. Soweit sieht auch noch alles recht ordentlich aus...


Leider war das Wetter nicht so schön, wie die Tage zuvor und der Blick aus dem B&B in Barvas/Barabhas fiel auf eine Nebelwand.


Nach einem umfangreichen Frühstück machten wir uns auf der A857 Richtung Stornoway auf den Weg. Von hier nahmen wir die A859 in südliche Richtung bis nach Tarbert. Der Unterschied zwischen Lewis und Harris zeigt sich am einfachsten an zwei Vergleichsbildern:



Lewis ist flach, durch weitläufige Torflandschaften geprägt. Sobald man den Teil von Harris erreicht hat, zeigen sich die ersten Hügel am Horizont. Nessie fühlte sich jedenfalls pudelwohl.


Leider hatte sich das Wetter nicht mit der Landschaft geändert und so fuhren wir durch Tarbert durch, weiter auf der westlichen Seite der A859 Richtung Seilebost. Hier auf dieser Seite der Inseln befinden sich wieder wunderschöne Sandstrände mit türkisfarbenem Meer. Die sogenannte Straße "Bays Road/Golden Road" führt direkt auf einen der größten Strände "Tràigh Losgaintir" zu und weiter an der Atlantikküste entlang, bis man zum östlichen Teil der A859 kommt.






Wir folgten der Straße weiter nach Taobh Tuath bis nach Leverburgh. Hier fanden wir im Caberfeidh House (nethotels.com) eine Bleibe für die Nacht.


Der Tag war noch jung und das Wetter leider immer noch sehr bescheiden, daher wollten wir noch einen Laden besuchen, in dem man den wunderschönen Original Harris Tweed kaufen kann. Laut dem im Jahr 1993 verfassten "Harris Tweed Act" handelt es sich hierbei um Stoff aus reiner Schurwolle, die auf den äußeren Hebriden gefärbt und gesponnen wurde und von Hand durch Einwohner der Inseln Lewis, Harris, Uist und Barra in deren Wohnhäusern gewebt wurde: 

“Harris Tweed is cloth that has been handwoven by the islanders of Lewis, Harris, Uist and Barra in their homes, using pure virgin wool that has been dyed and spun in the Outer Hebrides.”

Zunächst fuhren wir weiter die östliche A859 Richtung Tarbert. Dieser Teil von Harris wirkt sehr unwirtlich und erinnert stark an die Mondlandschaft. Die kargen Felsen bilden eine ganz eigene Atmosphäre und die kleine Single Track Road verbindet einzelne Ortschaften auf dieser Seite der Insel, die auf der Karte viel größer eingezeichnet sind, als sie dann in Wirklichkeit sind. Das Meer findet man auf beiden Seiten der Insel, aber der Atlantik ist hier deutlich wilder, auch Delphine, Wale, Otter und Seehunde soll man auf dieser Seite der Insel sehen können. 

Unser Ziel war der Harris Tweed and Knitwear shop (Online Shop) in Drinisader. Hier findet man eine große Auswahl an Jacken, Taschen, Geldbörsen und vielen anderen Geschenkideen aus Harris Tweed. Zudem gibt es eine kleine Ausstellung über die Verwendung von Harris Tweed in der haute couture. Wer mehr über die Farben und deren Verbindung zur Landschaft wissen möchte, dem sei das Buch "From the Land Comes the Cloth: Harris Tweed" von Ian Lawson (Buchvorschau) ans Herz gelegt. Ein wunderschöner Bildband über die verschiedenen Muster und Farben des Harris Tweeds, die der Autor in Kontrast setzt zur Landschaft der Äußeren Hebriden.

Natürlich wurden wir in diesem schönen Laden fündig und eine neue Handtasche, ein passendes Portemonnaie und ein Schlüsselanhänger fanden ein neues Zuhause. Die Preise für Jacken, Mützen etc. sind schon recht hoch, aber es ist eben wirklich alles per Hand gemacht. Unsere Errungenschaften mussten bei einem Kaffee mit Kuchen gefeiert werden. Dazu fuhren wir zurück nach Tarbert und kehrten dort in den First Fruits Tearoom (TripAdvisor) ein. Hier gibt es in uriger Atmosphäre neben echt gutem Kaffee, eine gigantische Auswahl an selbstgemachten Kuchen, Muffins und Shortbred. Sehr empfehlenswert und man kann die schrulligen Einheimischen beobachten.

Viel kann man in Tarbert nicht unternehmen. Neben einem kleinen Laden und einem Geldautomaten, gibt es noch die örtliche Touristeninformation, in der die Harris Tweed Stück im Durchschnitt 10,- GBP teurer sind als im Direktverkauf.

Interessant wird Tarbert für Leute die St Kilda besuchen möchten (Wikipedia: St. Kilda ist eine isolierte vulkanische Inselgruppe, die zu Schottland gehört. Die Inseln liegen rund 64 Kilometer westnordwestlich von North Uist im Nordatlantik und sind die westlichsten Inseln der Äußeren Hebriden). Ein Tagestrip kostet etwa 190,- GBP und dauert etwa 12 Stunden. Darin sind 4 Stunden Hin- und 4 Stunden Rückfahrt enthalten. Zur Beobachtung der größten Puffinpopulation (etwa 140.000 Paare Papageientaucher), Basstölpel u. Eissturmvögel  bleiben daher leider nur etwa 4 Stunden. Das ehemalige Dorf auf St. Kilda ist noch vorhanden, der National Trust of Scotland hat einige Häuser restauriert, aber ansonsten gehört die Insel einzig den Vögeln. Hin und wieder werden mehrtägige Fototouren von einem Photographen aus Skye angeboten.

Zurück in unserem B&B in Leverburgh blieb uns genug Zeit für ein kurzes Päuschen, bevor wir ins Restaurant "Anchorage" (TripAdvisor) aufgebrochen sind. Direkt am Hafen gelegen, hatten wir einen Logenplatz am Fenster und konnten 30m weit in den Nebel gucken. Das Essen war vorzüglich, wir hatten beide etwas von der Tageskarte: Filet vom schottischen fangfrischen Lachs und "Monkfish" - ebenso frisch gefangen aus dem "Sound of Harris" (Meeresenge zwischen Uist und Harris). Ein Bier von der Destillerie Red Cuillins (Skye) kostet 4.50 GBP - eine Cola 1.50 GBP. In der Hauptsaison sollte man besser einen Tisch reservieren.

Das freundliche Angebot eines Fischers am nächsten Morgen auf seinem Boot zum Fischen mitzufahren mussten wir  ausschlagen. Wir hätten um drei Uhr morgens am Boot sein müssen... Aber spannend wäre es mal gewesen. ;-) 

Zurück im B&B hatten wir weder Fernseher noch Internet, daher gab es noch Zeit zum Tagebuch schreiben und Bilder sichern. Morgen geht es um 11:40 Uhr auf die Fähre nach North Uist.