Sonntag, 28. August 2011

Schottland Rundreise 2011 - 5. Tag

Tag 5 - 05.08.2011 - Inverinate - Eilean Donan Castle - Portree - Staffin - Duntulm - Uig - Portree (152km)


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Google Maps: Inverinate - Eilean Donan Castle - Portree -Staffin - Duntulm - Uig -Portree

Ein neuer Tag.... und es schüttete :-(  Neben uns übernachteten noch zwei Schotten im B&B, die während des Frühstücks viele gute Tipps für unseren Trip nach Skye gaben. Wir versuchten das Wetter beim üppigen leckeren Frühstück zu ignorieren, ... aber siehe da, als wir alle Koffer und Nessie im Auto verstaut hatten, hörte es auf zu regnen. Wir unternahmen einen weiteren Versuch den Highlander persönlich zu treffen und stoppten noch einmal am Eilean Donan Castle. Connor Macleod (Schottenschlumpf) saß vor seinem Castle und ließ sich bereitwillig fotografieren...


Connor wollte unbedingt mitkommen und so wurde ein bisschen Platz im Auto für ihn gemacht. Weiter ging die Fahrt Richtung Isle of Skye auf der A87. In Kyle of Lochalsh hielten wir am Hafen, um die imposante Brücke nach Skye zu fotografieren. Nessie sollte auch hier nicht fehlen....



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Unsere erste Mission auf Skye war, ein B&B für die kommenden zwei Nächte zu finden. Auf dem Weg nach Portree auf der A87 passierten wir zahlreiche B&B's an denen schon "No Vacancies" stand... Auf gut Glück fragten wir an einem B&B kurz vor der Stadtmitte in Portree und hatten Erfolg! Für 64,- GBP/Nacht hatten wir ein gemütliches Zimmer, zudem ein eigenes Wohnzimmer auf der gleichen Etage. Nachdem die Koffer untergebracht waren, machten wir uns auf zum Hafen. Wir stellten unser Auto im Somerled Square (Google Street View: Somerled Square) ab. 4 Stunden parken, kosteten 2,-GBP und man ist direkt im Zentrum.


Die beiden Schotten heute morgen hatten uns eine der Wildlife-Touren ans Herz gelegt. Von Portree aus starten verschiedene Boote zu Adler- und Delphin Beobachtungen. Wir entschieden uns für eine 2-Stunden Tour mit der Brigadoon, die 16,- GBP pro Person kostete. Karten kauft man direkt unten am Hafen, beim jeweiligen Anbieter, deren Mitarbeiter nicht zu übersehen sind. Nachdem die Karten gekauft waren, hatten wir noch ein paar Minuten, um den Hafen genauer zu erkunden...



Schotten scheinen wirklich sehr kreative Menschen zu sein. Diese gefüllte Telefonzelle steht direkt am Hafen vor einem Hotel. Was soll man sonst mit diesen nutzlosen Dingern noch tun, als sie zur Rumpelkammer umzufunktionieren... und naja, sollte sie wirklich nochmal jemand benutzen wollen, kann er den Kram mal schnell raus räumen und nach Gebrauch zurück schaffen ;-)


So, genug herum gelaufen, jetzt ging es ab auf's Boot zur großen Adlersafari...


Ferngläser kann man sich auf dem Boot ausleihen und der Skipper hat wirklich viel informatives erzählt. Die jungen Adler haben um die Jahreszeit bereits das Nest verlassen, daher konnte das Boot relativ nah an die Adlerkolonie heranfahren. Zum anlocken wurden Fische ins Wasser geworfen... Zuerst wurden nur Möwen angelockt...



Aber "Herr" Adler gab sich schon mal kurz die Ehre und umflog das Boot.


Nun, beim ersten Fisch hatten wir noch keinen Erfolg. Der nächste Fisch wurde geworfen... auch hier waren die Möwen zunächst schneller beim zupacken...



Doch der Adler hatte am Ufer in einem Baum gewartet und das Treiben beobachtet. Kurzerhand wollte er dem Spaß der Möwen ein Ende bereiten und flog heran. Unglaublich imposant dieses Tier!


Und ZACK, hatte er den Möwen den Fisch geklaut und flog zum Ufer zurück... Die Möwen haben schnell aufgegeben, weil sie mit Fisch in den Klauen keine Chance gegen den kräftigen wendigen Adler haben.



Der Fisch wurde auf einen Felsen gelegt, ein Jungtier flog heran und landete unbeholfen neben der Mahlzeit. Nachdem das "Adler-Erlebnis" vorbei war, drehten wir ab und fuhren Richtung offene See, um Delphine zu beobachten. Auch hier hatten wir Glück an diesem Tag :-) Ein Gruppe Delphine ließ sich kurz an der Meeresoberfläche blicken. Leider waren sie auch sehr schnell wieder verschwunden... Wale haben wir leider nicht beobachten können, dafür war das Wetter einfach zu gut... Bei regnerischen Tagen ist auf alle Fälle Regenkleidung zu empfehlen, da das Boot nicht sehr groß ist und bei größeren Wellen, auch die Gischt über die Reling kommt. Vor Skye gibt es sehr viele Lachs-Farmen. An einigen fuhren wir vorbei. Man konnte die Lachse in die Luft springen sehen, da die Tiere sehr eng in diesen Containern gehalten werden...Die Netze gehen bis 30m unter die Oberfläche, das ganze sah schon sehr "industriell" aus - aber die Fische schwimmen wenigstens im Meerwasser.


Anschließend ging es zurück zum Hafen in Portree. Fazit: Die Tour hat sich wirklich sehr gelohnt! Leider gibt es keine Garantie Tiere zu sehen, aber auch so, kann man die Fahrt empfehlen. Man sollte nur vormittags einen Platz auf dem Boot reservieren oder für den nächsten Tag vorsorgen, die Plätze sind rar.


Unser Parkticket war noch nicht abgelaufen und so hatten wir noch ein wenig Zeit für einen Spaziergang in und um Portree herum...




Das jetzt sonnige Wetter lud förmlich dazu ein die Insel weiter zu erkunden. Zurück am Auto fuhren wir auf die A855 Richtung Old man of Storr nördlich von Portree, eines der bekanntesten Wahrzeichen der Insel. Die Felsformation zieht unglaublich viele Touristen an, da wir schon einmal hinauf gewandert waren, ließen wir diese Highlight diesmal aus. Dafür stoppten wir an wunderschönen Wasserfällen, die auf der linken Seite, vor dem Parkplatz des Old man of Storr liegen.


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Die Kamera-Ausrüstung wurde geschnappt und zum Wasserfall geschleppt... Natürlich wird es die Bilder auch mal in HDR geben... aber jetzt muss erstmal das Original genügen ;-)



Von hier oben hatte man auch einen imposanten Blick über das Panorama des Old man of Storr, vor allem die "Nadel" kann aus dieser Perspektive gut erkannt werden.


Weiter geht die Reise auf der A855 nach Norden an der Ost-Küste entlang. Am Parkplatz "Rhaltos Valtos" hielten wir ein weiteres Mal und liefen zum Aussichtspunkt.


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Von dem Aussichtspunkt hat man einen Blick über die Kilt Rocks, einer speziellen Felsformation die aussieht wie die Falten eines Schottenrocks.



Sollten wir irgendwelche Knöllchen wegen Falschparkens oder Geschwindigkeitsüberschreitungen bekommen, liegt das ausschließlich an unseren "Drivern" ;-) Vielleicht hätten wir sie vorher nach dem Führerschein fragen sollen...

Nachdem wir wieder die Führung über das Auto übernommen hatten, ging die Fahrt weiter Richtung Staffin (Wikipedia: Staffin) in Trotternish, einer "Halbinsel" von Skye. Dort lockte uns eine unscheinbare Abzweigung Slip Beach, der wir bis zum Schluss gefolgt sind.


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Als Belohnung gab es einen wunderschönen Strand mit fast schwarzem Strand. Die Schuhe wurden kurzerhand ausgezogen und wir haben uns in die Fluten geworfen... OK, ich möchte ehrlich sein... nur bis zum Knöchel ;-) Das Wasser war eiskalt!


Die obligatorischen Schafe am Wegesrand dürfen natürlich auch hier nicht fehlen...


Nachdem der Tag immer weiter fortschritt, mussten wir die Zelte an diesem schönen Strand abbrechen und weiter fahren. Wir folgten weiterhin der A855 und erreichten pünktlich zum Sonnenuntergang Duntulm Castle (Wikipedia: Duntulm Castle). Der Zutritt zum Castle ist für Besucher wegen Abbruchgefahr verboten, was die Touristen aber nicht davon abhält über den Zaun zu klettern... NEIIIN! Wir würden sowas natürlich nie tun ;-)


Und hier mal eine Detailaufnahme von uns :-)



Das Castle an sich ist nicht sehr beeindruckend, dafür ist der Blick mal wieder grandios, vor allem bei Sonnenuntergang... Der Blick von dort reicht bis zu den Hebriden (Isle of Lewis und Uist).


Das Skye Museum of Island Life (Homepage) in Duntulm hat bereits geschlossen, daher schießen wir nur ein paar Fotos von außen. Es ist bestimmt mal einen Besuch wert, wenn das Wetter nicht allzu gut ist.



Den nördlichsten Nordzipfel der Insel haben wir mit Duntulm hinter uns gebracht und unsere letzte Station ist der Ort Uig, der vor allem daher bekannt ist, dass er die äußere Hebriden Insel Uist mit Skye per Fähre verbindet.



So, nun hatten wirklich genug erlebt für einen Tag und Nessie und Connor mussten langsam wirklich mal ins Bett ;-) Daher fuhren wir schnurstracks ins B&B und gönnten uns ein kleines Abendessen und ließen den Tag gemütlich Revue passieren... auf dass, der nächste Tag auch so schön werde :-)

Samstag, 27. August 2011

Schottland Rundreise 2011 - 4. Tag

Tag 4 - 04.04.2011 - Glencoe - Fort William - Kinloch Hourn - Inverinate - Eilean Donan Castle (199km)


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Google Maps: Glencoe - Fort William - Kinloch Hourn - Inverinate - Eilean Donan Castle

Nach einer sehr ruhigen Nacht im B&B in Glencoe bekamen wir wieder ein scottish Breakfast mit viiiiiel Rührei und Speck. Leider hatte sich das Wetter komplett geändert und die Wettervorhersage prophezeite nichts gutes für den kompletten Tag. Daher entschieden wir uns für Auto-Sightseeing und machten uns auf den Weg auf die A82 Richtung Fort William, um noch einmal Lebensmittel für die kommenden Tage einzukaufen.

Nach einer längeren Shopping-Tour - Was soll man auch sonst bei Dauerregen machen - bei dem Supermarkt mit dem "M" (Morrisons, Google Street View: Supermarkt) und bei der deutschen Lebensmittelkette mit dem großen "L" ein paar Meter weiter, erstanden wir einen neuen Cola, Chips und Kekse Vorrat. Außerdem haben wir noch einen Einweg-Grill erstanden, der hoffentlich nochmal auf Skye zum Einsatz kommen wird... In Fort William kann man scheinbar nicht viel unternehmen. Wir nutzten den Ort immer nur als Zwischenstation, um gegebenenfalls zu übernachten, weil die B&B's nicht allzu teuer sind. Ansonsten kann man von hier aus auf den Ben Nevis steigen oder bei dem schönen großen Supermarkt mit dem großen "M" einkaufen gehen... oder die nette kleine Destille "Ben Nevis Destillery" (Google Street View: Ben Nevis Destillery) besuchen...

Weiter ging es auf der A82 bis nach Invergary, dort sind wir Richtung Westen auf die A87 abgebogen. Leider sah das Wetter genauso trüb aus, wie ein paar Stunden zuvor und die Wolken hingen so tief, dass die sich kaum in den nächsten Stunden auflösen wollten :-( Wenn wir bisher die Hauptrouten verlassen haben, um kleinere Entdeckungstouren über verlassene Straßen zu unternehmen, wurden wir nie enttäuscht. Kurzerhand bogen wir hinter dem Loch Garry auf eine kleine Nebenstraße Richtung Westen ab, die am Kinloch Hourn endet.


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Die Straße ist gerade breit genug für ein Auto, zum Glück gibt es genügend Pacing Places, aber es kommt uns sowieso keiner entgegen... Dafür wird die Landschaft immer uriger, der Wald dichter und das Wetter bemüht sich diesen Eindruck zu unterstreichen. Plötzlich taucht ein schönes, altes Hotel mit liebevoller Blumendeko vor uns auf, es liegt in Tomdoun, einem Ort, der auf der Karte nur durch eine öffentliche Telefonzelle gekennzeichnet ist...


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Das steinalte Hotel ist ein Jagd- und Angler-Hotel mit einem grandiosen Blick über das Loch Gerry. Die Nacht im Doppelzimmer kostet 55,- GBP pro Person. Das Hotel besitzt ein kleines, sehr nettes Restaurant, in dem wir auf dem Rückweg noch einen Tee und Kaffee getrunken haben...Auch die Whisky-Bar hat ein beeindruckendes Sortiment zur Verfügung.

Weiter geht die Reise Richtung Kinloch Hourn und die Straße wird immer mehr zur Achterbahn. Warum zahlen Leute eigentlich Geld für sowas auf dem Rummel - hier gibts das Feeling gratis!?

Einige der Lochs die wir passieren, wurden aufgestaut und dienen der Wasserenergie-Gewinnung. Daneben türmen sich ungewöhnliche Felsformationen auf... Um sich Begegnungen mit Gnomen und Trollen vorzustellen, braucht man hier nicht viel Phantasie... OK, es waren dann doch keine Trolle die auf der Straße standen und Gras gefressen haben, sondern ganz einfache Highland Cattles :-)



Die Straße wird immer spaßiger! Es geht auf und ab, eine Kurve folgt der nächsten und hinter jeder wartet ein  neuer unglaublicher Anblick. Gegen Ende wird die Strecke immer unheimlicher. Der Flusslauf den wir passieren ist rabenschwarz und tote Baumstümpfe ragen in den Himmel. Schroffe Felsen ragen über die Fahrbahn und man muß aufpassen das man sich keine Schramme holt. Steile Anstiege wechseln sich ab mit rasanten Abfahrten, hier muß Collin McRae das Fahren gelernt haben! Zu Denken geben und die an jeder Ecke stehenden Salzstreukasten...




Schließlich erreichen wir das Ende der Welt, auch Kinloch Hourn (Wikipedia: Kinloch Hourn) genannt ;-) Die Straße endet einfach an einem Trampelpfad an dem steht, dass Hunde anzuleinen sind... das war's... Das Loch, das sich über das komplette Tal erstreckt, sieht malerisch aus. Von Kinloch Hourn kann man Richtung Invererie weiter wandern und erreicht den Ort nach etwa 2-3 Tagen. Was es dort gibt? Na, ein Pub - und 3 weitere Häuser! Da lohnt sich doch der Marsch durch die Wildnis ;-) Wegen Regens lassen wir diesen ausfallen... ;-)



Wir hatten unser Auto mühevoll gewendet und wollten zurück fahren, als wir etwas an der Seite im Gebüsch hervorlugen sahen...


Na, was ist das? Wir haben uns das Kerlchen mal genauer angeschaut. Scheu war er nicht. Er lag einfach faul im Gras und futterte und ließ sich aus 2m Entfernung fotografieren :-)


Ich durfte ihn leider nicht mitnehmen :-( Weil ich angeblich schon Nessie eingepackt hatte... Vielleicht beim nächsten Mal... Der Rückweg gestaltete sich genauso abenteuerlich wie der Hinweg... auch unsere Freunde standen wieder auf der Straße und mussten weggehupt werden.




Zurück auf der A87 geht die Fahrt weiter an den Five Sisters (1068m) vorbei bis nach Inverinate. Nach dem wir den ganzen Tag im Auto gesessen haben, entscheiden wir uns dazu ein B&B zu suchen. Wir haben Glück und finden ein sehr nettes Zimmer für 50,-GBP/Nacht direkt am Loch Duich. Nach kurzer Ruhepause fahren wir weiter zu Eilean Donan Castle (Link: Eilean Donan Castle), um den Highlander zu besuchen. Neben japanischen, spanischen und auch deutschen Touristen schießen auch wir brav die bekannten Touristen-Fotos von Connor Macleod's (Wikipedia: Connor Macleod) Zuhause.


Unser Haustier Nessie ist auch wieder von der Partie und sorgt für viele Lacher bei anderen Touristen :-)




Nachdem wir jeden Winkel abgelichtet haben, flüchten wir vor dem nächsten Schauer in unser B&B. Überraschenderweise haben wir eine schnelle Internetverbindung in unserem Zimmer, d.h. wir telefonieren nochmal schnell per Skype nach Hause. Danach gibts eine 5-Minuten-Terrine und die ersten Urlaubsbilder werden an die Daheimgebliebenen verschickt... und danch: Ab in's Bett!