Mittwoch, 15. Februar 2012

Schottland Rundreise 2011 - 7. Tag

Tag 7 - 07.08.2011 - Portree - Kylerhea - Dalwhinnie - Newtonmore (238km)


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Google Maps: Portree - Kylerhea - Dalwhinnie - Newtonmore

Das Wetter in Portree war bereits durchwachsen, aber es regnete noch nicht. Erst als wir an der Otterbeobachtungsstation in Kylerhea, im Süden Skyes ankamen, fing es an zu regnen. Den kurzen Weg zum Beobachtungshäuschen kann man nutzen und die Meeresenge zwischen Skye und dem schottischen Festland zu betrachten und der Fähre beim Übersetzen zuzuschauen. Auf die kleine Fähre passen 6 Autos, sie kostet 12,-GBP / Auto und ist nur im Sommer in Betrieb.



An dieser Beobachtungsstelle soll man besonders gut Otter, Delphine, Robben und auch einige Wale beobachten können. Die Beobachtungshütte ist „komfortabel“, mit Fenstern, die dicht sind und den Wind abhalten. Hier kann man es gut länger aushalten. Es werden sogar Ferngläser bereitgestellt! Die Bänke an den Fenstern lassen das Warten auf die Tiere gemütlich werden. Erst einmal passiert gar nichts. Keine Otter aus der Otterkolonie zu sehen. Keine Robben und erst recht keine Wale :-( Das einzig spannende sind die Touristen, die 15 Minuten bleiben, glauben in der Zeit alle Tiere sehen zu können und dann wieder enttäuscht gehen...



Schließlich verirrt sich doch mal eine Robbe träge schwimmend an uns vorbei.


In der Ferne kann man plötzlich einen Schwarm Möwen beobachten, die über eine Stelle kreisen. Plötzlich ragt eine Finne aus dem Wasser und wirbelt selbiges auf. Hektik bricht bei den Möwen aus, man kann kurz einen länglichen Körper im Wasser sehen – das wars dann auch schon. Ab und an sieht man noch unter der
Wasseroberfläche einen Schatten dahinziehen. Trotz des Regenwetters und diverser Boote sind keine Wale oder Delphine zu beobachten. Eigentlich schwimmen die Delphine gerne um die Boote herum und das Wetter war für Wal-Beobachtungen auch perfekt...

Irgendwann reisst auch uns der Geduldsfaden und wir machen uns daran die Insel zu verlassen. Einmal noch fahren wir den knorrigen Weg hoch zur Hauptstraße, dann überqueren wir die Bridge of Skye und halten um Fish 'n' Chips am Parkplatz am Hafen zu essen. Einen Marsriegel -frittiert- gabs auch noch dazu...


Weiter geht die Fahrt – wegen des Regens haben wir beschlossen noch weitere Destillerien abzuklappern, um unseren Whisky-Pass zu vervollständigen. Mit Dalwhinnie wollten wir anfangen, doch leider kamen wir 2 Minuten zu spät und mussten die Führung auf den nächsten Tag verschieben. Eine sehr gemütliche Übernachtungsmöglichkeit haben wir in Newtonmore gefunden.


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Dienstag, 14. Februar 2012

Schottland Rundreise 2011 - 6. Tag

Tag 6 - 06.08.2011 - Portree - Talisker Distillery - Neist Point Leuchtturm - Stein - Portree (144km)


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Google Maps: Portree - Talisker Distillery - Neist Point - Stein - Portree 

Nach einem ausgiebigen und leckerem Frühstück in unserem B&B in Portree machten wir uns auf, um früh die Talisker Distillery zu besuchen (Homepage). Von Portree nimmt man die A87 Richtung Süden bis in Sligachan die A863 Richtung Westen abzweigt. Dieser folgt man für einige Kilometer bis zur Abzweigung der B8009 Richtung Carbost, wo auch die Destillerie zu finden ist. 


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Wie man auf den Bildern leicht erkennen kann, waren wir wirklich sehr früh und der Parkplatz noch fast leer.



Wir buchten die zweite Führung und sahen uns zuerst im Ausschank-Bereich der Destillerie um. Zu jeder Führung gehört auch eine Whisky-Verkostung und ein Gutschein für einen reduzierten Einkauf im Whisky-Shop. Einige Destillerien haben sich als Classic Malts zusammengeschlossen und auch die Talisker Destillerie gehört hierzu. Ein Classic Malts Whisky-Pass ermöglicht es, alle weiteren dazugehörigen Destillerien kostenlos zu besuchen. Der Pass kann kostenlos in jeder dazugehörigen Destillerie ausgefüllt werden.


Leider wird das Mälzen und das Darren (kiln) in den meisten Destillerien nicht mehr durchgeführt. Daher ist die erste Station der Führung eine alte Maschine, die das Malz zu Schrot (grist) verarbeitet.


Anschließend wird der Schrot in einem Maischbottich (mash tun) mit heißem Wasser vermischt, um alle vergärbaren Zucker zu extrahieren. Danach folgt das Abkühlen der Flüssigkeit (wash) und sie wird in den Gärtank (washback) gepumpt. Dank der Zufuhr von Hefe wird der Zucker zu Alkohol (fünf bis acht Volumenprozent) und Kohlendioxid vergärt. Hierauf folgt die Destillation, bei der der wash die erste Brennblase (wash still) durchläuft und anschließend in einer weiteren Brennblase (low wine still) nochmals destilliert wird. Hierbei kommt es darauf an, den Feinbrand vom restlichen Destillat zu trennen. Dazu dient der sogenannte spirit safe, durch den der Brennmeister in der Lage ist, das Destillat in Head, Heart and Tail zu trennen. Der Vor (Head)- und Nachlauf (Tail) wird wieder der zweiten Brennblase zugeführt und der Mittellauf (Heart) wird zur weiteren Reifung in Eichenfässer abgefüllt. Leider kann man in keiner Destillerie diese Vorgänge fotografieren... eine Führung in einer Destillerie ist immer ein lohnender Besuch.

Im dazugehörigen Whisky-Shop haben wir noch den Talisker (Distillers Edition) gekostet. Dieser wird ein weiteres Jahr in ein Sherry-Fass abgefüllt. Dadurch erhält er eine süßere und mildere Note und die rauchige Gesamterscheining wird ein wenig gemildert.

Unser nächster Ausflugspunkt sollte der Neist Point Leuchtturm im Westen der Insel sein. Dabei handelt es sich um den westlichsten Punkt der Insel Skye. Dazu fuhren wir die B8009 zurück, bis wir wieder auf die A863 gestoßen sind und fuhren diese Richtung Norden weiter. Bevor Dunvegan erreicht ist, biegt man Richtung Westen auf die B884 ab.


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Die Landschaft wird vor allem durch die sogenannten MacLeods Tables dominiert. Dabei handelt es sich um eine kleiner Gebirgskette auf der Halbinsel Duirinish, mit den beiden markanten Bergen Healabhal Mhòr (469m) and Healabhal Bheag (488m).


Nun folgt man der kleinen B884 weiter Richtung Westen, vorbei an Glendale bis zur Abzweigung Richtung Neist Point.


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Parken kann man oberhalb der Leuchtturmanlage und den letzten Rest über steile Treppen und Felsen hinab zum Leuchtturm laufen (ca 2km). Zuerst sucht man ein bisschen, bis man den Leuchtturm entdeckt... Die Klippe versteckt die komplette Anlage sehr gut vor neugierigen Blicken...Der Ausblick is wieder einmal atemberaubend!


Die Felsen bieten hervorragende Bedingungen für die Beobachtung verschiedener Vogelarten, darunter Basstölpel (Gannet), Gryllteiste (Black Guillemots), Tordalk (Razorbills) und Krähenscharben (European Shags). Aber auch Wale (Whales), Delphine (Dolphins) und Schweinswale (Porpoises) soll man hier besonders gut beobachten können.


Hat man die erste Hälfte des Weges hinter sich, kann man den Leuchtturm am Ende der Küste entdecken.


Angeblich kann man hier Räumlichkeiten zum wohnen mieten... wir haben jedoch leider keine Bewohner gesehen...


Ein wenig verschwitzt erreichen wir den Leuchtturm und werden von einer einzigartigen Felsstruktur dahinter überrascht. Basaltgestein hat eine spezielle Landzunge geformt, die durch den Einfluss des Meeres und des Windes zerfällt und treppenartige Plateaus formte. Da der Fels schnell verwittert, platzen flache Brocken ab, die überall in der Landschaft liegen. ...und irgendwann muss jemand begonnen haben, daraus kunstvolle Türmchen zu bauen... 




Diesem Bauzwang konnten auch wir nicht widerstehen...  Wir haben auf eine stabile und sichere Bauweise gesetzt und sind sicher, dass er alle schottischen Winterstürme überstehen wird ;-)



Auf dem Rückweg mussten wir den ganzen Weg wieder hinauf krackseln, jedoch nicht ohne die Sonne und die tolle Aussicht zu genießen.



Nessie hatte natürlich auch ihren Spaß und nahm auf dem letzten Weg die rostige Seilbahn ;-)



Nachdem wir wieder am Auto waren, fuhren wir die Küste weiter über Glendale und Colbost nach Dunvegan. Das dortige Castle des Clans MacLeod soll sehenswert sein, aber mit 9,- GBP pro Person ist es auch sehr teuer. Dunvegan an sich ist nur sehr klein und muss nicht unbedingt besichtigt werden.

Die Halbinsel Waternish lag als nächstes auf dem Programm, aber wegen der späten Stunde haben wir uns nur bis zum Örtchen Stein vorgewagt.




Wie immer auf Skye: atemberaubende Landschaften die sich vor dem geneigten Auge ausbreiten. Grüne Wiesen unterbrechen das Grau der schroffen Felsen, Bäche plätschern die Hänge herab und überall sind die weißen Punkte zu sehen, die wir gerne als Wolltrommeln bezeichnen ;-) Die Schafe rennen überall herum. Auch auf der Straße nach Stein. Und sie lassen sich nur ungern beirren, wenn sie mitten auf der Straße stehen. Einfach langsaaaaam weiterfahren! Dann schieben sie ihren Hintern schon weiter.


Stein liegt idyllisch in einer Meeresbucht, das Wasser ist glasklar und eiskalt. Die Siedlung besteht aus einer Reihe kleiner Häuser, in einem liegt das berühmte Stein Inn (Homepage). Dessen Restaurant es bereits seit dem 17. Jahrhundert gibt. Mittlerweile ist es ein weltberühmtes Fischrestaurant, mit Pub-Charakter. Preise stehen nicht auf der Karte ;-) Aber es war proppevoll und mit 100 Whiskysorten kann man lange Stunden verbringen. Das Nette an dem Restaurant ist, dass sich dort zwanglos Hinz und Kunz treffen.



Nach einem weiteren erlebnisreichen Tag fuhren wir erschöpft, aber glücklich, zurück in unser B&B in Portree.