Montag, 16. Juli 2012

Schottland Rundreise 2011 - 9. Tag

Tag 9 - Burghead - Cardhu Distillery - Grantown-on-Spey - Ballindalloch - Dufftown - Portsoy (161 km)


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Nach einer windigen und regnerischen Nacht in Burghead wird das Zelt schnell zusammengefaltet und im Auto verstaut. Was soll man bei diesem Wetter nur tun? Whisky trinken! Dank unseres Whisky-Passes könnten wir noch einige Destillerien in der Speyside besuchen und fleißig Stempel sammeln. Bei fünf Stempeln erhält man einen silbernen Quaich. Wenn sich da das Sammeln mal nicht lohnt! Der Ehrgeiz ist geweckt und wir machen uns auf Richtung Süden zur Destillerie von Cardhu (Wikipedia: Cardhu). Der kürzeste Weg führt uns an Elgin vorbei auf der A941 Richtung Aberlour (auch in diesem Ort wird ein hervorragender Whisky hergestellt... Homepage: Aberlour) und weiter Richtung Westen nach Cardhu (Cardhu ist gälisch und bedeutet schwarzer Stein). Die Brennerei liegt in einem wunderschönen, etwas abgelegenen Gebiet, wo man noch viele Rebhühner am Straßenrand stehen sieht. Das Wetter scheint sich auch unserer anzunehmen und die Sonne zeigte sich mal wieder am Himmel.







Die erste Führung wird von uns gebucht. Diesmal gönnen wir uns eine etwas exklusivere Variante und können am Ende drei Whisky's probieren. Zudem bekommen wir jeweils ein schönes Whisky Glas geschenkt. Um diese Uhrzeit scheint noch kein anderer Lust auf Whisky zu haben, denn wir bekommen eine Privatführung. Sicher haben wir bereits viel über das Whiskybrennen gehört. Daher hat uns besonders gut gefallen, dass bei dieser Führung viel Wert auf das "Nosing", also das Riechen des Whisky's gelegt wurde. Nach dem Rundgang geht es an's Probieren! :-) Zuerst wird der 12jährige Cardhu probiert. Er schmeckt wie ein typischer Speyside Whisky... Nicht zu stark, aber leider auch ohne typisches Wiedererkennungsmerkmal. Die nächsten zwei Runden bestehen aus weiteren, etwas stärkeren Whisky's. Nachdem wir immernoch die einzigen Besucher sind, möchte der fröhliche Schotte weiter Whisky an uns ausschenken... Wir lehnen dankend ab und schwanken Richtung Auto...HICK's ;-) Frische Luft wirkt bei solchen Zuständen zum Glück Wunder!  

Die Reise führt uns weiter Richtung Grantown-on-Spey, dazu folgen wir der B9102 westwärts an Upper Knockando vorbei, durch den Old Tuchlan Wood. In dem vor allem vor langsamen Eichhörnchen gewarnt wird... Oder ist das Schild anders zu interpretieren? ;-)



In Grantown-on-Spey gönnen wir uns ein erstes Frühstück. Whisky kann man wohl nicht als Frühstück zählen... Das Örtchen ist klein und nett, aber besitzt nicht viele Restaurants, Pubs oder Cafés, in denen man sich länger aufhalten möchte. Nach dieser Stärkung sind wir bereit unser Ziel zu erreichen: Den 5. Stempel für unseren silbernen Quaich! Also wieder schnell ins Auto und weiter geht die Fahrt über die A95 Richtung Ballindalloch zur Cragganmore Destillerie. Unterwegs halten wir an einer wunderschönen Destillerie, die direkt am Straßenrand liegt. Leider müssen wir erfahren, dass die Tormore Destillerie (Wikipedia: Tormore) für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Trotzdem können wir auf dem Gelände Fotos machen und setzen anschließend unsere Fahrt fort.




Die Cragganmore Brennerei (Wikipedia: Cragganmore) ist relativ klein und besitzt nur einen sehr kleinen Showroom, der schonmal etwas beengt wirkt, wenn zuviele Leute auf eine Führung warten.




 Die gebuchte Führung fällt weder negativ, noch außergewöhnlich aus. Aber deswegen waren wir auch nicht hergekommen. Daher fahren wir absolut zufrieden weiter Richtung Dufftown, der Stadt des Speyside Whisky's.  Wir fahren weiter auf der A95 Richtung Osten. Vor Craiggalachie biegen wir auf die A941 Richtung Dufftown. Dieses Städtchen scheint von allen Himmelsrichtungen aus ausgeschildert zu sein...

Die Stadt wird vor allem von der Brennerei Glenfiddich (Wikipedia: Glenfiddich) dominiert, aber auch der Whisky Balvenie (Wikipedia: Balvenie) hat hier sein Zuhause. Beide Destillerien wurden von William Grant erbaut. Glenfiddich beeindruckt durch die Größe und den enormen Showroom, aber auch die Destillerie an sich weist schöne Gebäude auf. Leider hat die Bekanntheit auch Nachteile: Sehr, sehr viele Touristen! Der einzige Grund Glenfiddich zu besuchen, wäre die Möglichkeit einer deutschen Führung. Alles anderen findet man auch bei anderen Destillerien in angenehmerer Atmosphäre.






Die Brennerei Balvenie kann man leider nur unter Voranmeldung besichtigen. Eine Besichtigung kostet etwa 25,- GBP und dauert 3 Stunden. Eine rechtzeitige Buchung scheint sinnvoll... Dafür soll man hier noch das Mälzen und das Räuchern der Gerste zu sehen bekommen. Dazu verwendet die Brennerei handverlesene, geschnittene und getrocknete Torf-Stücke, die den leicht torfigen Geschmack ausmachen.

Die Burg-Ruine Balvenie kann man für 6,- GBP besichtigen, dies haben wir jedoch ausgelassen, da wir uns langsam auf den Weg Richtung Portsoy machen wollten, um einen Zeltplatz zu finden.


Die Reise geht weiter über die B9014 Richtung Keith und danach weiter über die A96 und A95 Richtung Norden nach Portsoy.

Portsoy ist ein wirklich kleines, nettes Fischerörtchen mit pittoreskem Zeltplatz direkt am Strand. Auch hier sind wieder saubere Sanitäranlagen vorhanden, auch wenn diese nicht ganz den Komfort von Burghead haben, dafür kostet die Nacht 10,- GBP. Nachdem das Zelt aufgebaut ist (wir bekommen langsam Routine...), folgt ein Spaziergang um die verschiedenen Hafenbecken. Das erste Hafenbecken stammt aus dem Jahr 1682 und ist noch erhalten. Das zweite und "neuere" Becken ist immerhin auch schon von 1876. Nun haben wir Hunger! Fündig werden wir beim Fish 'n' Chip's Shop (Hook Line & Sinker - Fish And Chip Shop) in der Seafield Street. Das war der Tipp unseres Campingplatz-Wartes und wir wurden nicht enttäuscht! Mit Blick auf die rauschende See wird ein letztes Mal für diesen Sommer eine Packung Fish und Chips genüsslich verdrückt... :-)

Die letzte Nacht war kurz, da um kurz nach 4 Uhr morgens der Regen einsetzte und wir unser Zelt irgendwie trocken verstauen mussten. Daher wurden kurzerhand die "Zelte" abgebrochen, das Auto gepackt und die Fahrt zurück nach Aberdeen angetreten... Unser letzter Tag wurde dann vor allem durch Shopping, Burger essen und Kino geprägt...

Danke Schottland! Auch dieses Jahr hattest Du wieder viele Überraschung für uns parat und wir werden sicher nächstes Jahr wiederkommen! Bye bye!

Sonntag, 15. Juli 2012

Schottland Rundreise 2011 - 8. Tag

Tag 8 - 08.08.2011 - Newtonmore - Dalwhinnie - Muir of Ord - Burghead (213km)



Nach einem ausgiebigen und gemütlichen Frühstück in unserem B&B in Newtonmore, wollten wir die verpasste Führung an diesem Tag in Dalwhinnie nachholen. Dabei handelt es sich um eine sehr große, aber sehr schöne Destillerie. Bereits von weitem sind die weißen, gepflegten Häuser mit ihren typischen Dächern zu sehen




Bevor die eigentliche Führung begann, schauten wir uns ein wenig auf dem Gelände und dem netten Show-Raum um. Faszinierend waren vor allem die liebevoll aufgereihten Miniatur-Flaschen.




 
Uns wurde eine sehr nette und kleine Führung geboten, wir waren jedoch bereits sehr früh da und gegen 11 Uhr fuhren die ersten Touristenbusse auf den Parkplatz und es wurde merklich voller. Wie zu jeder Führung, gehörte auch hier wieder eine Verkostung des Whiskys dazu. Der Geschmack war ordentlich, aber leider auch nichts außergewöhnliches und sicher nicht einfach wiederzuerkennen.  

Nachdem wir uns den heiß begehrten Stempel abgeholt hatten, ging es weiter zur nächsten Destillerie nordwestlich von Inverness, nach Glen Ord (Muir of Ord). Die Destillerie fällt durch die alten un d dunklen „Warehouses“ auf. 





Uns hat besonders der aufwendig und informativ gestaltete Showroom gefallen.









Zur Verkostung erhält man den Whisky "Singleton" (Singleton of Glen Ord) der exklusiv für den südost-asiatischen Markt hergestllt wird. Geschmacklich handelt es sich um einen Einsteiger-Whisky, der relativ neutral im Geschmack und mild ist.

Nachdem das Wetter leider immer noch sehr wechselhaft war, machten wir uns weiter auf den Weg nach Burghead, um einen Campingplatz zu finden. Direkt am Rande des Örtchens, mit Blick auf die offene See, wurden wir fündig. 


Eigentlich ist dieser Campingplatz vor allem für Dauercamper mit ihren Wohnwagen gedacht. Jedoch wurden wir, nach kurzem Nachfragen, ob es ein Plätzchen für unser kleines Zelt gibt, herzlich aufgenommen. Die Nacht hat uns 15,- GBP gekostet, inklusive großer sauberer Sanitäranlagen und ruhigen Nachbarn. 

Nachdem das Zelt aufgebaut war und der Himmel ein wenig aufgeklart war, gab es noch einen kleinen Spaziergang an der Hafenanlage.



Leider regnete es die komplette Nacht durch und auch der Mietwagen musste als Windschutz herhalten... Aber unser 16,- GBP Zelt hat alles mit Bravur gemeistert und wir konnten am nächsten morgen trocken in einen neuen Tag starten.