Montag, 22. Dezember 2014

Schottland Rundreise 2013 - Tag 9

Balranald - Eriskay - Baile nan Cailleach - Balranald (163 km)


Am heutigen Tag wollten wir die Insel Uist Richtung Süden erkunden und mit etwas Glück die wilden Pferde auf Eriskay sehen. Sollte dies nicht von Erfolg gekrönt sein, so wollten wir zumindest die beiden Whisky Flaschen der SS Politician zu Gesicht bekommen.

Früh am morgen fuhren wir auf der A865 über Benbecula und South Uist Richtung Süden. Die Landschaft ist wenig abwechslungsreich auf South Uist und das Wetter führte dazu, dass wir keinen Zwischenhalt bis East Kildbride (Taobh a' Chaolais), das kurz vor Eriskay liegt, einlegten.




Eriskay ist eine hügelige, kleine Insel die seit 2001 durch eine Brücke mit South Uist verbunden ist. 

Zuerst fuhren wir die kleine Insel komplett ab, um eventuell die wilden Pony's zu sehen. Leider zeigte sich keines Tiere in der Nähe der Straße und auch an den Berghängen konnten wir nichts erkennen. Das Wetter wurde langsam etwas besser und so parkten wir unser Auto in der Nähe des Friedhofes, um die Umgebung per Fuß weiter zu erkunden, denn sehr groß war die Insel nicht und mit dem Auto hatte man alles sehr schnell abgefahren.





An dieser Seite der Küste landete Bonny Prince Charlie im Jahre 1745, nachdem er Frankreich verlassen hatte, um den schottischen und englischen Thron für die Stuarts zurückzugewinnen. Die Legende besagt, dass die hier wachsende Strand-Winde von ihm aus Frankreich mitgebracht wurde. Der verwöhnte Prinz verbrachte die erste Nacht in Schottland in einem typischen "Blackhouse" und schlief in diesem schlichten Haus lieber im sitzen, als es im feuchten Bett auszuhalten.

Die Insel kam zu einer gewissen Berühmtheit als im Jahre 1941 das Frachtschiff SS Politician im Eriskay-Sund, der Meerenge zwischen South Uist und Eriskay, havarierte und sank. Die Ladung des Schiffes bestand aus mehr als 24.000 Kisten Whisky; der größte Teil davon wurde offiziell nie geborgen. 1941 gilt seitdem bei den Bewohnern der umliegenden Inseln als „bestes Jahr des Zweiten Weltkriegs“ [Quelle: Wikipedia]. Zwei dieser Flaschen können auf Nachfrage noch in der Politician Lounge Bar (TripAdvisor) besichtigt werden. Und genau hierher sollte uns unsere Reise jetzt führen.





Das kleine Pub bietet aber nicht nur die beiden alten Whisky Flaschen, sondern auch sehr leckeres, warmes Essen! Genau das Richtige an einem solchen Tag. Die Tagessuppe war ein Genuss und aus dem hellen Wintergarten konnten wir das Meer und die Vögel beobachten. Das Pub dient als Treffpunkt für die Bewohner, aber auch Wanderer, die von South Uist für eine Tagestour kommen, kehren hier ein, bevor sie ihren Rückweg antreten. Leider war es nicht möglich, den havarierten Whisky zu probieren... ;-)

Ein weiteres Kleinod von Eriskay stellt die katholische Kirche St. Michael dar. Sie liegt auf einem kleinen Hügel, nur unweit vom Pub entfernt. Sie wurde im Jahr 1903 erbaut und die vor dem Eingang stehende Glocke stammt vom deutschen Kriegsschiff SMS Derfflinger (Wikipedia) aus dem ersten Weltkrieg. Dies ist aber nicht das einzige Überbleibsel des vom Kommandeur in Scapa Flow versenkten Kriegsschiffes. Der Altar der Kirche stammt aus dem vorderen Teil eines Rettungsbootes der SMS Derfflinger.




Nachdem es bereits Nachmittag geworden war, machten wir uns langsam auf den Rückweg. Unterwegs legten wir einen kurzen Halt am Kildonan Museum (TripAdvisor) ein, aber wir schauten uns nur flüchtig die Exponate über das Leben um 1900 an, da wir bereits auf Lewis einiges zu dem Thema erfahren hatten.

Auf Benbecula bogen wir von der A865 ab und fuhren westlich auf der B892 weiter Richtung Norden. Das Wetter wurde immer besser, je näher wir unserem B&B kamen. Eine kurze Abendwanderung im Naturreservat (TripAdvisor) sollte somit möglich sein.

Wir parkten unser Auto am Besucherzentrum des Naturschutzgebietes (hier gibt es auch Toiletten) und informierten uns über Flora und Fauna (Website).


Danach machten wir uns auf den ausgeschilderten Weg. Dieser dauerte etwa 2 Stunden und führte in einem Rundweg (4.5km) zurück zum Besucherzentrum.


Den alten Traktor wollte wohl auch keiner wegräumen... sogar die Reifen waren noch dran, aber es sah so aus, als würde schon sehr lange um ihn herum der Acker bebaut und nicht mehr mit ihm...


Der Rundweg führte entlang der Küste, wo man die Wellen und die verschiedenen und teilweise seltenen Seevögel beobachten konnte, weiter an riesigen Wiesen von Grasnelken und skurrilen Überbleibseln, wie diesem "Welly" oder Regenstiefel. Ob den hier ein einbeiniger Schotte bei schlechtem Wetter dann anzieht? ;-)





Nach dieser Portion frischer Luft fuhren wir zurück in unser B&B und verbrachten einen gemütlichen Abend zusammen mit unserer Landlady Effie und berichteten ihr von den Erlebnissen des heutigen Tages. Morgen sollten wir North Uist bereits wieder verlassen und die Fähre nach Skye nehmen.


Freitag, 2. Mai 2014

Schottland Rundreise 2013 - Tag 8

Balranald - Grimsay -  Claddach Kirkibost - Vallay Beach - Tigharry/Tigh a' Gearraidh (67 km)




Nun denn - die kürzeste Nacht des Jahres war eine Nacht der Ungemütlichkeiten, trotzdem war es faszinierend mitzuerleben, dass es überhaupt nicht dunkel wurde! Ein Blick über den Campingplatz verriet uns: Es haben nicht alle die Nacht überstanden :P Ein paar Deutsche haben mitten in der Nacht das Zelt abgebaut und sind geflüchtet. Diesem Beispiel wollten wir jetzt folgen. 

Gegen Mittag waren wir mit Freunden in Claddach Kirkibost verabredet und bis dahin war noch genügend Zeit, das Zelt trocknen zu lassen, in Ruhe das Auto zu packen und einen Abstecher nach Grimsay zu machen. Die dort ansässige Shellfish-Fabrik Kallin (Homepage) war uns zuvor in der Touristeninformation in Lochmaddy empfohlen worden. Der Parkplatz besteht nicht etwa aus Kies... Nein! Hier wird noch mit Muschelschalen geschottert!





Die Fabrik liegt direkt an einem kleinen Hafen, an dem jeden Tag die Fischer ihre Ware frisch anliefern.


Es gibt einen kleinen Shop, in dem man alles kaufen kann, was gerade frisch aus dem Meer gezogen wurde. Wir haben uns geräucherten Lachs für 4GBP geholt. Aber auch die Scallops (Jakobsmuscheln) und Lobster (Hummer) lachten uns sehr an. Dass man hier gut Fisch kaufen kann, sah man an der Schlange von Einheimischen vor uns.

Nun war es aber Zeit die A865 zurück Richtung Claddach Kirkibost zu fahren. Das kleine Claddach Kirkibost Cafe (TripAdvisor) bietet gute selbstgemachte Speisen und man hat einen schönen Blick über die weißen Sanddünen.  Zudem gibt es immer eine Ausstellung von verschiedenen lokalen Künstlern, die hier ihre Werke zeigen und verkaufen.

Nach der regenreichen Nacht, wollten wir unbedingt für die kommende Nacht ein Dach über dem Kopf haben. Unsere Bekannten empfahlen uns ein kleines, sehr privates B&B in Tigharry/Tigh a' Gearraidh. Die Landlady sei erst ganz neu in das Business eingestiegen und habe noch kein Schild an der Straße stehen. Das kleine Cnoc Nan Uan (Facebook) wird von der lieben Effie MacQuien geführt und bietet neben zwei Zimmern mit eigenem Bad, auch eine eigene voll ausgestatte Küche inklusive Wohnzimmer. 


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Zunächst wurden wir aber zum Gassi gehen an den wunderschönen Strand Vallay Sands entführt.


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Der kilometerlange Sandstrand lädt zum walken und entspannen ein. Bei Ebbe führt eine Straße durch das Gebiet zur Insel Valley/Vallay. Zwei Stunden verbrachten wir hier und tobten mit den beiden Italian Greyhounds Piper und Cheska um die Wette :-)

Nach der vielen frischen Luft hatten wir einen riesigen Hunger und machten uns zurück auf den Weg zu unserem B&B. Nachdem wir den Luxus einer eigenen Küche ausnutzen wollten und man wohl kaum frischere Scallops als hier auf North Uist bekommt, wurden am Abend Pasta mit Tomatensoße und Scallops zubereitet und in der gemütlichen Küche genossen. Zum Ausklang des Abends konnten wir uns dann noch im Wintergarten mit Effie den nicht existierenden Sonnenuntergang ansehen. Es bleibt einfach die ganze Nacht hell :)
Zufällig hatte Effie sogar das exakt gleiche Harris-Tweed-Muster auf ihren Möbeln, wie unser auf Harris erstandenes Täschchen und Geldbörse.



Donnerstag, 1. Mai 2014

Schottland Rundreise 2013 - Tag 7

Tag 7 - Leverburgh (Isle of Harris) - Rodel/Roghadal (Isle of Harris) - Leverburgh - Berneray (North Uist) - Lochmaddy - Locheport - Balranald - Solas/Sollas (105 km)



Nach einem ausgiebigen Frühstück in unserem B&B in Leverburgh hatten wir noch Zeit, bis unsere Fähre Richtung Berneray (North Uist) ablegen würde. Der Blick aus dem Fenster zeigte seit dem Vortag leider keine Wetterbesserung.



Daher besuchten wir am morgen die etwa 5 km entfernte St. Clement's Church (Tur Chliamain) in dem kleinen Ort Rodel/Roghadal. Das Auto stellten wir an der Kirche ab und liefen zunächst an der rechten Seite der Kirche vorbei, Richtung "Rodel Hotel" (TripAdvisor) und den kleinen Hafen. Das Hotel sah zwar sehr alt und unspektakulär grau aus, aber innen ist es liebevoll eingerichtet. Aus dem Küchenfenster strömte ein betörender Duft von Kaffee und Scottish Breakfast heraus!


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Die Fischer hatten ihren Fang bereits verladen und ihre Boote lagen wieder verlassen an der einsamen Hafenmole. An Einsamkeit mangelt es übrigens auf diesem Fleckchen Erde wirklich nicht, aber auch hier findet man einen roten Briefkasten, der hoffentlich noch von der Royal Mail geleert wird... Wir haben jedenfalls eine Postkarte eingeworfen :-)


Die Motive und das Licht luden zu HDR Aufnahmen ein und das ruhige Wasser erzeugte wunderschöne Spiegelungen. Hier zunächst der Versuchsaufbau:


... und hier ein unbearbeitetes Bild:


Das fertige HDR-Bild und weitere Impressionen dieses Tages findet man unter: HDR-Germany.com

Ein Stückchen weiter sind wir auf die Ruine eines Hauses gestoßen, in der noch Teile einer (Dampf?-)Maschine standen. Diente das Ganze mal der Weiterverarbeitung des Fischfangs? Wir haben es nicht mehr zum Laufen bekommen und sind weiter Richtung Kirche St. Clement's gezogen.





Teile der Kirche stammen sehr wahrscheinlich aus dem 13. Jahrundert, der Großteil stammt jedoch aus den 1520er Jahren und wurde von Alasdair Crotach MacLeod, dem achten Chief des Clans MacLeod erbaut. Alasdair MacLeod entschied sich seine letzten Lebensjahre auf Harris zu verbringen und wollte nicht wie seine Vorgänger auf Iona bestattet werden. Dazu ließ er ein Grab in der Kirche erbauen, welches im Jahre 1528 fertiggestellt (MacLeod verstarb jedoch erst 1547) wurde. Nach der Reformation wurde die Kirche aufgegeben und im Jahr 1705 als Ruine beschrieben. 1873 ließ die Countess of Dunmore das Gebäude vollständig renovieren.

Der Eingang der Kirche liegt direkt an der Hauptstraße und der Weg führt vorbei an vielen der alten Grabsteine. Die Kirche beherbergt einige Steingräber und Platten, darunter das von Alasdair MacLeod, und man kann hinauf in den kleinen Kirchturm steigen, um aus kleinen Nischenfenstern die Aussicht zu genießen.

Diese kleine Kirche besticht vor allem durch ihr Alter und die Atmosphäre. Es gibt nicht viel zu sehen, aber man sollte dieses Kleinod am Ende der Welt besuchen, wenn man auf Harris ist. Jeder Blickwinkel erfüllt ein neues Klischee von Schottland-Insel-Romantik. Bei Amerikanern mit schottischen Wurzeln ist diese Kirche ein sehr beliebter Hochzeitsort.   










Nachdem wir die wenigen, aber sehenswerten Highlights fotografiert hatten, machten wir uns auf den Weg zurück nach Leverburgh zur Fähre.


Da die Fähre nach North Uist relativ klein ist, muss man nur angenehme 10min vor Abfahrt am Hafen sein. Gegen 10 Uhr war die Zeit gekommen, nicht "Willkommen", sondern "Auf Wiedersehen" Harris zu sagen.



Die Fähre war an diesem Morgen nicht voll ausgebucht und das Laden der beiden Autos war in Null Komma Nichts erledigt. Unser Island-Hopping-Ticket zur Überfahrt wurde einkassiert und wir durften an Bord. Unser Opel Meriva stand in der ersten Reihe. Übrigens: Das Auto hatte reichlich Platz für all unseren Krempel! Gewöhnen muss man sich nur an die nach hinten öffnenden Fond-Türen, die für einige blaue Flecken sorgten, weil man jahrzehntelang die Tür in die andere Richtung öffnete ;-) .


Die Fahrt dauert nur etwa eine Stunde, die man am Besten auf dem Außendeck verbringt und nach Delphinen und Vögeln Ausschau hält oder die schönen Segelboote beobachtet die durch den Sound of Harris schippern...



Durch das teilweise sehr flache Wasser kann man verschiedene Tiere beobachten. Irgendwo liegen immer Seehunde herum, Wale oder Delphine sprangen uns nicht vor die Linse. Dies sollte aber später noch kommen.



Die Fähre kommt in Bernaray dem nördlichsten Teil von North Uist an. Von dort fährt man etwa 20min nach Lochmaddy, wo es ein Arts Centre, eine Touristen-Info und die einzige Bank auf der Insel gibt. Außerdem legt hier die Fähre nach Skye ab.


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Im Arts Centre "Taigh Chearsabhagh" (Homepage) erhält man kleine Snacks, Getränke und eine heiße Mahlzeit als Lunch. Wir entschieden uns für eine Suppe, die nach Hausfrauenart zubereitet war. Dieses frisch zubereitete Mittagessen kann man wirklich empfehlen. Weiterer Plus-Punkt ist das WLAN, wofür man 1 GBP (Passwort) bezahlt.  Das Café scheint ein Treffpunkt für die Bewohner zu sein, man hat das Gefühl am Dorfleben teilzuhaben. Hier treffen sich die Generationen und tauschen sich über das Inselleben aus und vereinbaren Nachbarschaftsgefälligkeiten.


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Unser Aufenthalt führte uns nochmal "schnell" in die Touristen-Info gegenüber des Arts Centres, in der wir ausgiebigst über die Attraktionen und Möglichkeiten auf der Insel aufgeklärt wurden. Hier kann man schöne Postkarten und interessante Bücher über die äußeren Hebriden erstehen. Außerem kennen die Mitarbeiterinnen jeden kleinen Fleck auf der Insel und werden nicht müde, die Schönheit und alles Wissenwertes weiter zu geben.

Weiter ging es zum Bankbus der Royal Bank of Scotand, der einmal in der Woche hier einen Stop einlegt.


Leider konnten wir hier kein Geld abheben, da nur Kunden dieser Bank hier Geld holen können, daher der schnelle Gang ein paar Häuser weiter zur Bank of Scotland, die in ihrer Filiale einen Bank Automaten (ATM) besitzt.

Wir entschlossen uns auf der A867 in südwestliche Richtung zu fahren und davor die bekannten Standing Stones Pobull Fhinn (Finn's People) zu besuchen. Das Auto haben wir an der Langass Lodge (TripAdvisor) abgestellt, die laut Internet sehr empfehlenswert ist.


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Von hier sind wir den leicht ansteigenden Pfad aufwärts gelaufen. Der Anstieg ist nicht steil, jedoch sollte man festes Schuhwerk tragen, da der torfige Boden doch recht wassergesättigt ist.

Der ovale Steinkreis aus dem 2. Jahrtausend vor Christus liegt am südwestlichen Hang des Ben Langass (Beinn Langais) und der gälische Name bedeutet  "Fionn's Volk", oder das Feenvolk und meint den legendären Helden der irischen Mythologie Fionn mac Cumhaill (Wikipedia).Viele der ursprünglich 40 Menhire stehen nicht mehr, heute befinden sich nur noch 24 von ihnen hier und der größte von ihnen steht am östlichen Zugang und sind etwa zwei Meter hoch.




Der Weg führte direkt an den Steinen vorbei, hinauf auf den kleinen Berg Ben Langass, von dem man eine wunderbare Aussicht über North Uist erhält. Von hier oben sieht man, dass die Insel von den zahlreichen Lochs praktisch zerfressen ist.



Würde man dem Weg auf der südlichen Seite wieder hinab folgen, käme man an dem Steinhügel "Barpa Langass" vorbei, einer etwa 3000 Jahre alten Grabkammer. Da die Grabkammer eingestürzt und nicht besichtigt werden kann, entschieden wir uns, zurück zum Auto zu wandern und uns um einen Zeltplatz zu kümmern.

Gemäß der Empfehlung in der Torutisteninfo von Lochmaddy sind wir weiter die A867 bis nach Clachan na Luib und weiter über die A865 bis zum Balranald Nature Reserve gefahren.


Hier gibt es einen nagelneuen Campingplatz (Homepage), der direkt am Naturreservat liegt. Die sanitären Einrichtungen tadellos sauber. Allerdings sollte man mit Caravan in der Hauptsaison unbedingt vorher buchen, da nur wenige Plätze verfügbar sind. Für Zelte gibt es auch nur begrenzt Platz.
Adresse:  Hougharry, HS6 5DL, Tel: 01876-510304, Email: info@balranaldhebrideanholidays.com

Das Tolle: Es gibt Internet gratis und es funktionierte im Zelt wirklich einwandfrei! :-)

Nachdem wir erstmal ausgiebigst das Internet genutzt hatten, widmeten wir uns unserem Zelt. Zum Glück ist es nicht sehr groß und schnell aufgebaut.


Anschließend sind wir noch nach Sollas/Solas gefahren, wo es einen kleinen Supermarkt (Co-op) gibt, der alles für den nötigsten Bedarf hat.

Zurück am Campingplatz wollten wir eigentlich den ausgewiesenen Wanderpfad im Naturereservat ablaufen, aber es wurde zu ungemütlich und wir haben dies auf einen kleinen Strandspaziergang reduziert.
Dieses Gebiet wird von den Farmern speziell bearbeitet und Rücksicht auf die Artenvielfalt der Vögel genommen. Was man in diesem "Machair" genannten Gebiet an Vögeln sehen kann ist beachtlich. Ohne groß zu suchen hatten wir schon Küstenseeschwalbe (Arctic Tern - Sterna paradisaea), Bussarde, Lerchen und einige Eulen gesehen.

Unser Abendessen haben wir spontan im Auto eingenommen, da durch den plötzlich aufkommenden Regen leider nicht daran zu denken war draußen zu sitzen. Das Auto wird auch von Tag zu Tag unordentlicher und unser Brennholz konnten wir auch noch nicht verfeuern. Brennholz zu kaufen ist übrigens auch nicht zu doof, weil es hier wenig vertrocknetes Holz gibt, das man sammeln könnte.



Bei dem Wetter wollte selbst Nessie nicht mehr nach draußen... Irgendwann haben wir uns dann doch ins Zelt verkrümmelt und dem prasselnden Regen zugehört bis wir eingeschlafen waren.


Nachts wurden wir wach gehalten von den nur noch selten vorkommenden Corncrakes (Wachtelhühner). Direkt neben dem Campingplatz gibt es gerade mal noch 2 Brutpaare und nachts krächzen diese posierlichen Tierchen unentwegt. Dank Ohropax ließ sich der Lärmpegel reduzieren und auch der prasselnde Dauerregen auf das Zeltdach konnte auf diese Weise besser ignoriert werden.

Das Wetter wurde wirklich immer ungemütlicher. Der Wind wurde stets stärker und die Pausen zwischen den Schauern kürzer. Sagen wir es so: Morgens wurde die erste Regenpause genutzt, um das Zelt abzubrechen. Die Zahl der Zelte hatte sich über Nacht stark reduziert. Ein paar Deutsche sind fluchtartig abgehauen :D. Unser Eurohike Zelt (gekauft bei Millets, hat alles was man für draußen wünscht) war absolut wasserdicht! Günstig, aber sehr empfehlenswert.